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Denny Weber

Kostenloser Leitfaden · Stand Oktober 2026

KI sicher nutzen.
Und nicht auf KI hereinfallen.

Automatisierung seit 2016.Mit Denny Weber · Fachinformatiker · Entwickler von Cortex & KI-Agenten

Deine Mitarbeiter nutzen KI, ob du sie anbietest oder nicht. Betrüger nutzen sie auch und bilden Stimmen und Gesichter nach. Hier findest du die Regeln, Prozesse und Einstellungen, die dein Unternehmen schützen, und eine Vorlage für eure Zahlungsfreigaben.

Ohne Anmeldung · Vorlage und Regelblatt zum Ausdrucken

KI-generiertes Portrait

Was in der Schweiz passiert ist

Die Stimme war gefälscht.
Das Geld war echt.

Mehrere Mio. CHF

überwies ein Unternehmer im Kanton Schwyz im Januar 2026. Am Telefon war ein bekannter Geschäftspartner, die Stimme war mit KI nachgebildet.

Quelle: Kantonspolizei Schwyz, via SRF, 19.01.2026
971

Fälle von CEO-Betrug wurden 2025 dem Bundesamt für Cybersicherheit gemeldet, nach 719 im Vorjahr. Das Amt beobachtet auch Anrufe mit täuschend echt imitierter Stimme.

Quelle: BACS, 27.01.2026

Niemand erkennt jede Fälschung. Das musst du von deinem Team auch nicht verlangen. Was schützt, sind Regeln, die auch dann greifen, wenn die Stimme perfekt klingt. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Aber jede Regel macht den Angriff schwerer und den Schaden kleiner.

Mensch

Erkennen hilft.
Verlassen kannst du dich nicht darauf.

Thomas KellerWhatsApp · unbekannte Nummer

Hallo Sandra, bin noch im Meeting und kann nicht telefonieren. Wir übernehmen einen Lieferanten, das ist noch vertraulich. Bitte überweise heute noch CHF 48’500 an die Kanzlei, Kontodaten unten. Sprich bitte mit niemandem darüber, ich erkläre es dir morgen.

  • Nicht erreichbar
  • Geheim
  • Zeitdruck
  • Neuer Empfänger
  • Kontrolle ausschalten
Beispiel, frei erfunden nach dem Muster, das das Bundesamt für Cybersicherheit beschreibt. Solche Nachrichten kommen per Mail, WhatsApp oder Telefon, zunehmend mit nachgebildeter Stimme.
  • Dringend und geheim heisst: anhalten.

    «Muss heute noch raus», «sprich mit niemandem darüber», «ich bin gerade nicht erreichbar». Genau diese Kombination ist das Muster. Hier wird nicht schneller gearbeitet, sondern zurückgerufen.

  • Zurückrufen, immer über eine bekannte Nummer.

    Bei jedem ungewöhnlichen Auftrag per Telefon, Video, Mail oder Messenger: Gespräch beenden und über die Nummer aus dem eigenen Verzeichnis zurückrufen. Nie über die angezeigte oder genannte Nummer.

  • Ein Videoanruf ist kein Beweis.

    Bild und Stimme lassen sich fälschen. Bei Zweifel gilt der Rückruf, auch mitten in der Konferenz. Das ist nicht unhöflich, das ist Vorschrift.

  • Ein Kontrollwort für Notfälle.

    Geschäftsleitung und Buchhaltung vereinbaren ein Wort oder eine Frage, die nirgends steht. Wer es nicht kennt, bekommt keine Zahlung.

  • Melden ohne Vorwurf.

    Wer unsicher ist oder schon reagiert hat, meldet es sofort. Wer Angst vor Ärger hat, schweigt, und dann verstreicht die Zeit, in der sich eine Zahlung noch stoppen lässt.

Prozess

Freigaben, die nicht
vom Bauchgefühl abhängen.

Wenn ab einem bestimmten Betrag immer eine zweite Person oder die Geschäftsführung freigibt, reicht auch die beste Fälschung nicht. Trag eure Beträge ein. Daraus entsteht eine Zahlungsrichtlinie zum Ausdrucken.

Freigabestufen
bis CHF 5’000
bis CHF 50’000
darüber
Zusätzliche Regeln

Deine Eingaben bleiben in deinem Browser. Nichts wird gespeichert oder übertragen.

Zahlungsrichtlinie

Unsere Regeln für Zahlungen

Gültig ab

Wer gibt frei?

bis CHF 5’000eine zweite Person
bis CHF 50’000eine zweite Person und die Geschäftsführung
darüberdie Geschäftsführung, nach Rückruf beim Auftraggeber über eine bekannte Nummer

Wer eine Zahlung erfasst, gibt sie nie selbst frei.

Ausserdem gilt

  • Neuer Empfänger: Die erste Zahlung an einen neuen Empfänger braucht immer die Freigabe der mittleren Stufe, unabhängig vom Betrag.
  • Ausland und «eilt»: Zahlungen ins Ausland und als dringend bezeichnete Zahlungen brauchen immer die Freigabe der höchsten Stufe.
  • Bankverbindung ändern: Eine neue Bankverbindung eines Lieferanten wird nie auf Zuruf, per Mail oder Messenger übernommen. Erst Rückruf über die Nummer aus den eigenen Stammdaten. Eine Person ändert, eine zweite gibt die Änderung frei.
  • Keine Ausnahmen: Diese Regeln gelten für alle, auch für die Geschäftsführung. Wer dringend zahlen muss, ruft selbst an.
  • Regeln ändern: Freigaberegeln, Limiten und Berechtigungen im E-Banking und in der Buchhaltung ändern nur zwei Personen gemeinsam, und nie die Personen, die selbst Zahlungen auslösen.

Im Verdachtsfall

  1. Nichts mehr auslösen, Auftraggeber über eine bekannte Nummer zurückrufen.
  2. Ist schon Geld unterwegs: sofort die Bank anrufen.
  3. Intern melden. Ohne Vorwurf, je schneller, desto besser.
  4. Anzeige bei der Polizei, Versicherung informieren.
Vorlage von dennyweber.ai · keine Rechts- oder Sicherheitsberatung · an eure Firma anpassen

Technik

Lass Bank und Software
die Regeln durchsetzen.

Eine Richtlinie auf Papier hilft, solange sich alle daran halten. Besser ist, wenn das System eine Zahlung ohne zweite Freigabe gar nicht erst ausführt.

Kollektivunterschrift im E-Banking.

Eine Person erfasst die Zahlung, eine zweite gibt sie frei. Schweizer Banken bieten das im Firmen-E-Banking an, die UBS zum Beispiel als kollektive Zeichnungsberechtigung. So kann niemand allein Geld überweisen.

Quelle: UBS: Zeichnungsberechtigte verwalten

Betragsstufen im System hinterlegen.

Manche Banken setzen auch Betragsstufen technisch um. Revolut Business erlaubt ab dem Abo Grow Freigaberegeln mit Betragsschwelle, mehreren Stufen und Freigebenden nach Person oder Rolle. Frag deine Bank, was sie dafür anbietet.

Quelle: Revolut: Freigabeprozesse für Transfers

Rollen trennen.

Wer Zahlungen erfasst, gibt sie nicht selbst frei. Und wer Benutzer und Regeln verwalten darf, löst keine Zahlungen aus. Bei Revolut zum Beispiel kann ändern, wer Teammitglieder verwalten darf. Diese Berechtigung gehört in wenige Hände.

Kein automatischer Namensabgleich in Franken.

In der EU prüfen Banken seit Oktober 2025 bei Euro-Überweisungen, ob Name und IBAN zusammenpassen. Für Zahlungen in Franken haben wir keinen vergleichbaren Dienst gefunden. Deshalb bleibt der Rückruf bei neuen Kontonummern die wichtigste Prüfung.

Quelle: Stiftung Warentest: Empfängerüberprüfung

Frag deine Bank

  • Können wir Zahlungen nur mit Kollektivunterschrift ausführen lassen?
  • Lassen sich Freigaben nach Betrag staffeln, zum Beispiel ab CHF 50’000 nur mit der Geschäftsführung?
  • Welche Limiten können wir pro Benutzer und pro Tag setzen?
  • Gibt es eine zusätzliche Bestätigung bei neuen Empfängern?
  • Wie stoppen wir eine Zahlung im Notfall, und bis wann geht das?

Prüf deine Buchhaltungssoftware

  • Müssen Kreditorenrechnungen vor der Zahlung freigegeben werden?
  • Wird protokolliert, wer eine Bankverbindung in den Lieferantendaten ändert?
  • Wer darf Lieferantendaten überhaupt ändern?

KI sicher nutzen

Mitarbeiter nehmen die Abkürzung.
Gib ihnen eine sichere.

Wer schneller arbeiten will, nutzt KI, zur Not mit einem privaten Konto. Das war mit jeder neuen Technik so. Verbieten lässt sich das kaum. Wer keine sichere Lösung anbietet, bekommt die unsichere.

  • Einen freigegebenen Zugang anbieten.

    Ein Firmenzugang mit Vertrag zur Auftragsbearbeitung ist die Voraussetzung, nicht der Luxus. Sonst arbeitet dein Team mit privaten Konten, und Kundendaten landen bei einem Anbieter, mit dem deine Firma keinen Vertrag hat.

  • Klar sagen, was hinein darf.

    Drei Stufen genügen: öffentlich, intern, vertraulich. Vertrauliches wie Kunden-, Personal- oder Vertragsdaten kommt nur in freigegebene Werkzeuge oder gar nicht.

  • Ein Mensch prüft, bevor etwas rausgeht.

    KI formuliert überzeugend, auch wenn etwas nicht stimmt. Wer ein Ergebnis weitergibt, hat Zahlen, Namen und Zusagen an der Quelle geprüft.

  • KI-Assistenten zahlen nie selbst.

    Wenn ein Agent Mails liest oder Rechnungen vorbereitet, gibt ein Mensch jede Zahlung und jede Datenweitergabe frei. Versteckte Anweisungen in einer Mail oder einem Dokument können eine KI sonst steuern.

  • Schulen statt verbieten.

    Wer weiss, was erlaubt ist und wie man Ergebnisse prüft, braucht keine Abkürzung mehr.

Für die nächste Sitzung

Fünf Fragen
für die Geschäftsleitung.

Druck dir alle Regeln dieses Leitfadens auf zwei Seiten aus, für die Buchhaltung und für die nächste Sitzung.

  1. Welchen KI-Zugang bieten wir unserem Team an, und gibt es dafür einen Vertrag?
  2. Weiss jeder, welche Daten in welches Werkzeug dürfen?
  3. Wer darf Zahlungen auslösen, und ab welchem Betrag braucht es eine zweite Freigabe?
  4. Welche Namen, Funktionen und Sprachaufnahmen der Geschäftsleitung stehen öffentlich im Netz?
  5. Wissen alle, wen sie bei einem Verdacht anrufen, und steht die Notfallnummer der Bank griffbereit?

Mitarbeiter-Training

Lesen ist gut.
Üben ist besser.

Im Mitarbeiter-Training lernt dein Team, KI im Alltag richtig und sicher zu nutzen. Ich zeige live, wie schnell sich meine eigene Stimme nachbilden lässt, und wir üben diese Regeln an Beispielen.

Fragen vorab? Buch dir 15 Minuten, ich rufe dich an.

Dieser Leitfaden gibt Orientierung für den Alltag. Ich bin weder Anwalt noch Datenschutz- oder Sicherheitsberater; das hier ist keine Rechts- oder Sicherheitsberatung. Für euren konkreten Fall zieht eine Fachperson bei. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Stand der Angaben zu Banken und Software: Oktober 2026, Funktionen können sich ändern.